Die Geschichte unserer Kirche

Evangelische Christen im Südlichen Kaukasus

Ursprung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Georgien (ELKG) und Aserbaidschan ist die schwäbische Auswanderung von 1817/1818. Sieben sog. Kolonien und der Vorort Neu-Tiflis wurden damals gegründet. Der sprichwörtliche Schwabenfleiß schuf trotz mancherlei Rückschläge durch Epidemien, Missernten sowie persische und tatarische Überfälle im Lauf des 19. Jahrhunderts vorbildliche Ergebnisse in Landwirtschaft, Weinbau und Handwerk und damit verbunden Wohlstand für alle. In den Dörfern herrschte ein blühendes kirchliches und Gemeinschafts-Leben. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es mehr als 20 deutsche Siedlungen mit ungefähr 40.000 lutherischen Christen.

Zweiter Weltkrieg


Nach der Kriegserklärung Hitler-Deutschlands an die Sowjetunion 1941 folgte für viele Deutsche die Deportation nach Kasachstan und für manch einen die Ermordung. Kirchen wurden zerstört oder zweckentfremdet; deutsche Kriegsgefangene mussten die lutherische Kirche in Tbilisi 1946 abreißen. Die Lutherische Kirche im Kaukasus war faktisch ausgelöscht.

Neubeginn nach der Unabhängigkeit

Mit der Ära der Perestroika durften sich ab 1991 die Überlebenden der deutschstämmigen Bevölkerung wieder versammeln und der Wunsch nach Wiederaufbau und Erneuerung des kirchlichen Lebens erwachte. Man versammelte sich zunächst in verschiedenen Orten, in Schulräumen oder in einem Kinosaal. Für eine kurze Zeit betreute Pfarrer Roser aus Württemberg die Gemeinde, bevor zuerst Harry Asikow und dann Viktor Miroschnitschenko als einheimische Pastoren den Dienst übernommen haben. 2009 wurde Irina Solej zur ersten Pastorin der ELKG ordiniert. Ihr folgte 2012 Albina Sotowa, die ihren Pastorendienst im Ehrenamt wahrnimmt.


Schon früh kam die Gemeinde in Kontakt mit dem Pfarrer und Prof. Dr. Gert Hummel, der damals für die Universität Saarbrücken die Partnerbeziehungen zur Universität Tiflis wahrnahm. Dem daraus folgenden Engagement von Prof. Hummel, später Bischof Hummel, verdankt unsere Kirche die förmliche Wiedergründung als Evangelisch-Lutherische Kirche in Georgien und dem Südlichen Kaukasus und den Neubau der Versöhungskirche in Tbilisi auf dem Gelände des früheren deutschen Friedhofs.

Nach dem Tod von Bischof Hummel im März 2004 folgten Dr. Andreas Stökl (gest. Mai 2006), Dr. Johannes Launhardt (bis April 2008), Propst Dr. Hennrich Scheffer (bis September 2008) und Hans-Joachim Kiderlen (bis Oktober 2017). Seit November 2017 ist Markus Schoch Bischof der ELKG

Außer in Tbilisi gibt es Gemeinden  in Rustawi, Gadarbani, Bolnisi, Borjomi, Asureti, Sukhumi, Baku und eine Gemeindegruppe in Eriwan. Mehr zu den einzelnen Gemeinden erfahren Sie hier.

© Evangelisch-Lutherische Kirche in Georgien und dem Südlichen Kaukasus

Terenti Graneli 15, 0102 Tbilisi