Die Gemeinde in Rustavi

Die Lutherische Gemeinde in Rustawi, einer ehemaligen Industriestadt mit noch etwa 80.000 Einwohnern, südöstlich vor den Toren von Tiflis gelegen, wurde Anfang der 90er Jahre von Deutschstämmigen gegründet. Einige waren – zusammen mit Bürgern aus allen Teilen der damaligen Sowjetunion - schon früher als Ingenieure und Arbeiter Ende der 60er Jahre zu den Baustellen von Neu-Rustawi gekommen und dort wohnen geblieben. Maßgeblich zur Gründung der Gemeinde haben der spätere langjährige Lektor der Gemeinde, Valeri Babajew, und der spätere Pastor der ELKG, Harry Asikow, beigetragen. In der Wohnung von Valeri Babajew und seiner Frau Larissa fanden die ersten Gottesdienste statt. Als die Gemeinde größer wurde, versammelte sie sich in Klassenzimmern und Räumen anderer Einrichtungen. Der Mitgliederbestand der Gemeinde war fließend wegen der Auswanderung nach Deutschland. Als 1999 die erste Synode der ELKG zusammentrat, waren auch Synodale aus Rustawi dabei. Gleichzeitig sorgte Bischof Hummel dafür, daß die Gemeinde am Rande von Alt-Rustawi ihre eigene kleine Kirche mit einem Garten bekam. Heute ist Rustavi die zweitgrößte Gemeinde der ELKG und ist sehr aktiv.

Gemeindeleben

An jedem Sonntag feiert die Gemeinde in der "Friedenskirche" um 11 Uhr ihren Gottesdienst.

Daneben gibt es, vor allem am Samstag, noch zahlreiche weitere Aktivitäten im Gemeindehaus:

  • Jeden Samstag hat die Sonntagsschule von 9.00 Uhr bis 12.30 Uhr ein umfangreiches Angebot:
    • Bibelstunde für Kinder
    • Basteln
    • Blockflötenunterricht
    • Kinderchor
  • außerdem gibt es am Samstag noch den Konfirmandenunterricht und den Familienkreis mit Pastorin Irina Solej
  • zwei Mal im Monat tritt sich am Mittwoch von 11 bis 13 Uhr der Frauenkreis

Adresse:

3705 Rustavi, Konstituziis 80

Die Vorsitzende der Gemeinde:

E-Mail: gayan27@mail.ru

Telefon: +995 579 88 40 74

Die Geschichte der Kriegsgefangenen in Rustavi

Alt-Rustawi wurde Ende der 40er und Anfang der 50er Jahre in großen Teilen von deutschen Kriegsgefangenen gebaut. Die größten Lager in Georgien mit vielen Tausenden Gefangenen befanden sich hier. Die Wohnbaracken standen in der freien Steppe östlich der Stadt. Im Winter wird es dort sehr kalt. Drei Kreuze und eine Gedenktafel, von der deutschen Kriegsgräberfürsorge an einer auch heute einsam und unwirtlich wirkenden Stelle aufgestellt, erinnern an die Kriegsgefangenen und die vielen unter ihnen, die dort gestorben sind. Derzeit wird auf einem Teil des Geländes durch den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge eine Bergung der Gebeine vorgenommen. Geplant ist, dass diese Gebeine später an einer neu zu errichtenden Gedenkstätte in Rustavi würdig bestattet werden.

© Evangelisch-Lutherische Kirche in Georgien und dem Südlichen Kaukasus

Terenti Graneli 15, 0102 Tbilisi